6:00 Uhr und das Brüllen der Weckmaschine sorgt für tauende Müdigkeit. Was der erste Intervall selten schafft, bringt das berechtigte Misstrauen vom Vortag mit weiteren Nervtönen zum Abschluss. Beim Blick auf das Tagesziel verharren Körper und Geist in gegenseitiger Ignoranz, wartend auf den Startschuss. Während sich der Körper Handgriff um Handgriff in Bewegung setzt, die Mündung der Kaffeetasse in den Mund legt, kämpft der Geist noch mit den Geistern der langsam untergehenden Traumwelt. Die Zeiger kreisen bis 12:00 Uhr. Mit dem lautlosen Zusammenfallen des Pflichtenheftes friert der Alltag langsam ein und schwimmt wie ein Eisberg an das kühlere Ende der Gefühlswelt. Zwei Tage ohne maschinell überwachten Tagesrhythmus – Wochenende! Wie ein rasender Komet bewegen sich Körper und Geist, verschmolzen zu einer Einheit, ungebremst durch den Raum unendlicher Möglichkeiten. Der Gedanke mit einem Knall einen tiefe Eindrücke auf dieser Welt zu hinterlassen – verglüht spätestens beim Wiedereintritt. Begleitet durch das Brüllen der Weckmaschine taut die Müdigkeit und lässt die guten Geister zu Eisskulpturen erstarren, welche die Maschinen bald wieder für einen kurzen Traum von Freiheit heimsuchen und zum Stillstand bringen werden.